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Die frühen Jahre
Als 1954 – neun Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkrieges – die Luisenschule als einzige Mädchenrealschule Bielefelds aus allen Nähten platzte, erblickte zumindest gedanklich unsere Gertrud-Bäumer-Schule das Licht der Welt. Mit 1339 Schülerinnen in 32 Klassen war die „Luise“ geradezu ein Mammutsystem, wahrscheinlich die größte Mädchenrealschule der ganzen Bundesrepublik. Der Unterricht allerdings spielte sich in nur 16 Klassenräumen ab; „Schichtunterricht“ nannte man es, wenn die Hälfte der Schülerinnen eine Woche um die andere erst abends – im Winter im Dunkeln – die Schule verlassen konnten, um dann am nächsten Vormittag ihre Hausaufgaben machen zu dürfen.

Der Rat der Stadt beschloss die Teilung der Schule. Und so gab es zu Beginn des neuen Schuljahres im Frühjahr 1955 eine „II. Mädchenrealschule“ mit 646 Schülerinnen, die in 16 Klassen mit bis zu 46 Kindern zunächst weiter im Gebäude der „Luise“ Schichtunterricht hatten. Aber es gab Hoffnung auf bessere Zeiten: bei der Anmeldung der Schülerinnen hatte man bereits Rücksicht genommen auf die Lage einer neuen Schule in einem geplanten Schulzentrum gegenüber der Oetkerhalle. Wie dieses Schulzentrum aussehen würde, war allerdings noch unklar, auf dem Gelände standen bewohnte Häuser und die Stadt musste erst einmal Eigentümer werden.

Im Herbst bekam die „neue“ Schule am alten Ort auch einen Leiter: Realschuldirektor Wilhelm Lehmkühler. Seine Vorstellungen für eine neue Realschule scheinen heute sehr aktuell. Wenn er die „Hinführung der Schüler zu selbstständiger Arbeit im Gefüge der Gemeinschaft“ fordert, würden wir das vielleicht als Teamarbeit bezeichnen und der „Grundsatz der Ganzheit auch bei gefächertem Unterricht“ heißt heute eben „fächerübergreifender Unterricht“. Ganz sicher müssen wir aber seiner Forderung nach „Vorrang der Erziehung zu wahrhafter Toleranz“ zustimmen.

Der neuen Mädchenschule fehlte noch ein Name. Sie fand ihn in Gertrud Bäumer. Die liberale Politikerin, bekannt als Frauenrechtlerin und Schriftstellerin war 1954 in Bethel verstorben und dort begraben worden. Ihr Wirken als Referentin für Schule und Jugend in der Weimarer Republik war von der Überzeugung geprägt, dass die Frauenbewegung vor allem eine Bildungsbewegung sein musste. Aus der Überzeugung heraus, dass „Gertrud Bäumers Name aus der Geschichte der deutschen Schule nicht wegzudenken“ sei, erwuchs der Antrag  an den Rat, der dem Wunsch der Schule im Januar 1956 einstimmig folgte.

Weniger glücklich waren Schülerinnen und LehrerInnen mit dem Fortgang der Planungen für ihr neues Schulgebäude. Zwar wurde das Raumprogramm nach den Vorstellungen der Schule gestaltet, aber den Platz für sie gab es vorerst nur auf dem Papier. Die in Geldnöten steckende Stadt hoffte auf ein neues Finanzierungsgesetz des Landes. Der Beginn der Bauarbeiten verzögerte sich aber auch dadurch, dass das vorgesehene Grundstück in einem langwierigen Verfahren enteignet werden musste. So blieben die Enge der Gastschule, Klassen mit bis zu 45 Schülerinnen und der Schichtunterricht bedrängende Realität. Und noch im Dezember 1959 gestattete sich der Schulleiter den berechtigten Seufzer: „Wird das neue Jahr die so sehnlichst erwartete Lösung bringen ?“

Es brachte sie! Endlich, im Juli 1960 berichtete das Westfalenblatt: „Die Grundstücksfrage ist geklärt.“ Und der Rat beschloss am 20. 7. einstimmig den Bau der Gertrud-Bäumer-Schule zu einem Preis von 2,8 Millionen DM. Den Wettbewerb für das Schulgebäude hatte der junge Architekt Helmut Berner gewonnen, der auch das Max-Planck-Gymnasium gebaut hatte. Er stellte den Bau der Realschule als eine „Variation“ des Gymnasiums vor, „die natürlich, da es sich ja um eine Mädchenschule handelt, etwas lieblicher gehalten wird.“

Mitte November wurde mit den Ausschachtungsarbeiten begonnen. Die Anlage der Pausenplätze musste aufgeschoben werden, denn auf dem Gelände standen noch zwei Häuser. Sie konnten nicht abgerissen werden, ehe die dort wohnenden zehn Familien „anderweitig untergebracht“ waren, was bei der andauernden Wohnungsnot keine einfache Aufgabe war. Für diesen Zeitpunkt wünschte sich das Kollegium einen Springbrunnen an die Stelle des einen alten Hauses.

Am 16. Dezember 1962 war es so weit: Die Gertrud-Bäumer-Schule wurde im eigenen Gebäude selbstständig. Zwar waren die Außenarbeiten noch nicht beendet; bei der Einweihungsfeier hatten starke Regenfälle „die Umgebung des Neubaus in eine Schlammwüste verwandelt“, wie die Presse schrieb. Aber das dürfte die Freude der 540 Schülerinnen und wohl auch ihrer LehrerInnen kaum getrübt haben, denn endlich hatte das Untermieterdasein ein Ende. Endlich konnten Lernende und Lehrende sich in den hellen und weiten Räumen, in denen sie einen großen Teil des Tages verbringen, frei bewegen. Jahr um Jahr wurde auch das Schulgelände schöner, der Pausenhof mit seinem künstlerisch gestalteten Brunnen, die Sporthallen kamen hinzu und so entwickelte sich unser heutiger schöner Ort des Lernens eingebettet in eine landschaftlich reizvolle Umgebung.
Hiltrud Böcker-Lönnendonker

 (Quelle: Aufzeichnungen der Schulchronik der Gertrud-Bäumer-Schule)