Home Mail Login

Aktuelles

Klasse 6a

hat "Fabeln" genauer unter die Lupe genommen

Fußballstadtmeisterschaften

Mädchenteam belegt den 3. Platz

Tag der offenen Tür

Bilder

Tag der offenen Tür

war am Samstag, 13.01.2018     

Sponsorenlauf

"Brief von UNICEF"

Auszeichnungsveranstaltung am 13.12.2017

Wir sind jetzt "Fairtrade-School"

SV verteilt Schokonikoläuse

am 6.12. in den Klassen

Der 4. Kulturwandertag an der GBS

für alle 5. - 8. Klassen

Sie befinden sich hier: Was wir tun > Projekte > Kunstprojekte > Kunst Klasse 2015/16

BERICHT zum Förderprojekt „Kunst.Klasse“ der Stiftung Ravensburger Verlag 2015/2016
Kunst-Projekt - Klasse 6a der Gertrud-Bäumer-Realschule Bielefeld


Das Thema des 3tägigen künstlerischen Workshops lautete „Konstruieren mit Form und Farbe“.
28 Schülerinnen und Schüler der Klasse 6a der Gertrud-Bäumer-Realschule spürten in zwei Gruppen (á 14 Schülerinnen und Schülern) den Arbeiten der Konzeptkünstler Ulrich Rückriem und Jörg Sasse sowie dem (Konzept-)Soziologen Niklas Luhmann durch eigenes Handeln nach.
Das Projekt fand vom 26.8. -28.8.2015 in der Ausstellung „Serendipity - Vom Glück des Findens“ und den Werkstatt-Räumen der Kunsthalle Bielefeld statt. Es wurde von zwei Museumspädagoginnen, Frau Eisenblätter und Frau Kolb durchgeführt sowie von der Kunstlehrerin Frau Keuler begleitet.

Darstellung des dreitägigen Projektes
1. Tag
Die Schülerinnen und Schüler erkunden zuerst mit Hilfe der Museumspädagoginnen den Zettelkasten des Geisteswissenschaftlers Niklas Luhmann.
Durch einen Vergleich von Recherchemöglichkeiten mit einem Computer als Wissens-Speicher können die Jungen und Mädchen der 6. Klasse die Möglichkeiten und die Bedeutung des Wissens-Speicher-Zettelkastens von Niklas Luhmann nachvollziehen. Schließlich entstand der Zettelkasten lange bevor die Arbeit mit einem Computer existierte.
Im Anschluss an einen kurzen Film (Die Sendung mit der Maus) zur Herstellung von Bleistiften, stellen die Jungen und Mädchen ihren eigenen Zettelkasten her, indem sie an Stationen alle zeichnerischen Möglichkeiten mit Bleistiften kennen lernen, die unterschiedlichen Härtegrade des Zeichenmaterials ausprobieren und vergleichen, um dann ihre Ergebnisse im Zettelkasten zu sammeln. 
 

Zettelkasten

Stationen

 

Nach einer kurzen Pause findet eine erste Begegnung mit den Bleistiftarbeiten des Künstlers Ulrich Rückriem statt. Die Schülerinnen und Schüler erkunden mit dem neu erworbenen Wissen zunächst die Flächengestaltung des Künstlers sehr genau und entdecken die ungewöhnliche Technik des Konzeptkünstlers.  
Diese wird von den jungen MuseumsbesucherInnen mit Begeisterung im Malatelier der Kunsthalle selbst ausprobiert: sie bemalen eine Fläche mit einem weichen Bleistift, nehmen mit einem Tesastreifen die Bleistiftpartikel von der Fläche und gestalten mit den grauen Klebstreifen eine neue Fläche.

 


2. Tag
Der neue Tag beginnt wieder mit einem Besuch in der Ausstellung vor den, in Grundfarben gehaltenen, Konzept-Arbeiten von Ulrich Rückriem. Die Kinder treffen auf eine Wand voller Beispiele zu einer einzigen Aufgabenstellung:
 

 

7 Punkte werden auf einem Blatt mit Linien verbunden, die sich auch kreuzen dürfen. Jeden Punkt treffen nur zwei Linien.
Wieder gehen die Kinder mit Elan an die praktische Arbeit und fertigen viele Varianten in kleinen Formaten auf unterschiedlichen Papieren (Schreibmaschinen- Transparent- Aquarellpapier) und verschiedenen Stiften (Buntstifte, wasservermalbare Ölkreiden) - nach einigen Versuchen auch in größeren Formaten. Die Kinder kommen zu dem Schluss, dass es hunderte von Lösungen gibt, aber keine der Anderen gleichen wird.
 

 

Ein wichtiges Problem des Schachspiels wird den Jungen und Mädchen am Nachmittag detailliert und an einem Kunstwerk erklärt: Rückriem findet 99 Varianten die Dame zu schlagen!
Im Atelier erkunden die 6.KlässlerInnen das Problem selbsttätig:
- Ein Raster aus 8 Kästchen pro Reihe - waagerecht und senkrecht.
- In jeder Reihe wird ein rotes Feld geklebt.
- Die Felder dürfen sich diagonal, waagerecht und senkrecht nicht in einer Reihe treffen.
 Ein kompliziertes Problem eines anspruchsvollen Gesellschaftsspiels, welches den Schülerinnen und Schülern   auf diese Weise verständlich wird und ihren Ehrgeiz weckt.

 


3. Tag
Der letzte Tag widmet sich ganz dem Künstler Jörg Sasse und beginnt wie immer mit einem Besuch in der Ausstellung. Die Grundlage der Arbeiten des Fotografen basieren auf einem Kunstkonzept, bei dem der Umgang mit den Bildern von Sasse systemisch festgelegt wird. Auch seine Arbeiten entfalten ihren Sinn erst, wenn sie in Serie und in Variationen erscheinen und führen so zum „Glück des Findens“ (auch) für den Besucher, der in die Zusammenstellung der Bildreihen aktiv eingebunden wird.
 

 

Die fotografischen Arbeiten des Künstlers Jörg Sasse geben Rätsel auf.
- Was ist eigentlich genau zu sehen?
- Sind es einfache Fotografien oder wurden sie bearbeitet, verändert, manipuliert?
- Was will er uns mit den stark vergrößerten Bild-Ausschnitten zeigen?
- Welche Bedeutung haben die vielen gesammelten und in einem „Speicher“ immer wieder neu zusammenstellbaren, katalogisierten Postkarten? (Die „Speicher“ sind Archivschränke mit gerahmten Fotografien, die bestimmten Themen und Kategorien zugeordnet sind.1)
- Wie hat sich sein Umgang mit Fotografien im Laufe der Jahre verändert?
Über dies alles wird mit den Schülerinnen und Schüler während eines Gangs durch diesen Teil der Ausstellung gesprochen.  Auf diese Weise gehen sie auch an diesem Tag mit einem geschärften eigenen Eindruck und voller Begeisterung an ihre eigenen praktischen Arbeiten.

 

So betrachten die Schülerinnen und Schüler zunächst die scheinbar zufälligen Bildausschnittvergrößerungen von Alltagsgegenständen oder Raumdetails und arbeiten anschließend praktisch mit folgender Aufgabenstellung:

 

Je zwei Schülerinnen und Schüler fertigen eine kleine Zeichnung zu einem Begriff (z.B. Wohnhäuser, Muster, Winter, Landschaft, Kreise und Bögen, Abstrakt, Portrait, Gruppen). Die Skizze wird in eine Styro-Platte geritzt und anschließend auf Papier gedruckt. Die Partner wissen nichts voneinander, da die Begriffe verdeckt gezogen werden. Die Paare sollen sich über die Zeichnung erkennen und ihre Entwürfe paarweise auf einen Bogen drucken.   

 

In einer letzten Aufgabe arbeiten die Kinder mit vorgefundenen Bildern - ähnlich den Postkarten. Aus einem großen Fundus an Bildmaterial entstehen individuelle Collage-Hefte, die mit Schrift, Farbe und Ornamenten gestaltet werden.

 


Die erreichten Ziele
Eine individuelle Entwicklung der persönlichen Ausdrucksweise mit Mitteln der Druck- und Collage-Technik sowie der Grafik.
Eine vielfältige Förderung durch die variantenreichen Künstlerarbeiten und verschiedenen Materialien.
Eine Erweiterung des Kunstbegriffs im Hinblick auf Design und Fotografie in der Vorstellung der Kinder.
Eine theoretische und praktische Auseinandersetzung mit Begriffen der modernen zeitgenössischen Kunst: „systemische Konzeptkunst“ - systemisches Arbeiten.
Eine Annäherung an Strategien der aktuellen Künstlerinnen und Künstler.   
Die Kunsthalle Bielefeld als außerschulischen Lernort mit all seinen Möglichkeiten genau kennen lernen und sich dort wohlfühlen.
Präsentation der Ergebnisse in einer Ausstellung zum Schuljubiläum im Herbst 2015.  

Frau Keuler